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Ausgehobelte Rohkantel mit der Klebebandapplikation mit Tesa ACXplus © Homag

Homag

Zwei Experten, eine Lösung

Ein Artikel von Birgit Fingerlos (für holzdesign.at bearbeitet) | 01.04.2019 - 17:26

Bei der Entwicklung des Verfahrens arbeitete Homag, Schopfloch/DE, mit dem Verklebungstechnik-Experten Tesa zusammen. Den Kern des Verfahrens bildet eine integrierte Klebebandapplikation mit Tesa ACXplus – ein Klebeband, das nach dem Hobeln in den Fensterrahmen eingebracht wird. Nach der CNC-Bearbeitung kann das Fenster inklusive Klebeband lackiert werden – so erhält man eine farblich identische Fuge. Die Haftschutzfolie auf dem Klebeband kann anschließend ganz einfach abgezogen werden. 

Das Ergebnis: Die Klebefläche des Tesa-Bandes liegt im bereits lackierten Fenster und der Fensterbauer setzt die Scheibe einfach ein. Das Klebeband sorgt für einen sicheren Verbund von Scheibe und Rahmen. Die Abdichtung der Scheibe durch Silikon ist nicht mehr notwendig und entfällt komplett – das Klebeband übernimmt die Abdichtfunktion. 

Im Vergleich zu anderen am Markt gängigen Verfahren bietet Homag hier eine produktionsoptimierte Lösung, die sich einfach in den Produktionsprozess integrieren lässt. Unabhängig von der Umgebungsatmosphäre oder weiteren externen Faktoren lassen sich die Klebestreifen einfach und rationell applizieren. Das Verfahren lässt sich bei verschiedensten Fensterproduktionen integrieren (unter anderem Fertigung von Holz-Alu-Fenstern, Verwendung von Klebesprossen etc.). Eine zentrale Rolle spielt die Klebetechnik jedoch vor allem bei Fenstern in Integralbauweise.

Neue Klebetechnik: Voraussetzung für Fenster in Integralbauweise

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Die Centateq S-800/900 profiliert die Fenstereinzelteile mit dem bereits eingebrachten Klebeband. Mit einem Fräser wird das Band auf das Endmaß abgelängt © Homag

Schlanke Profile, 20 % mehr Glas: Schmale Ansichtsbreiten von Fenstern werden immer beliebter. Sie stehen für modernes Design durch eine optisch elegante Ansicht und zaubern gleichzeitig mehr Tageslicht in die Räume. Doch die Produktion schlanker Profile für mehr Tageslicht birgt auch Herausforderungen für Maschinenhersteller und Zulieferer: 

  • Wie können die schmalen Profile gespannt werden? 
  • Wie gewährleistet man eine hohe Bearbeitungsqualität und präzise Verbindungen?
  • Wie kann man solche Produkte wirtschaftlich fertigen?

Die perfekte Kombination, um diese Anforderungen zu erfüllen, ist die Kombination aus Tesa + S800/900 Spanntechnik. Hier ist das Verfahren (anders als bei anderen Fensterarten) die Voraussetzung zur Fertigung. 

Gute Eigenschaften der Fenster in ­Integralbauweise

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Die Centateq S-800/900 profiliert die Fenstereinzelteile mit dem bereits eingebrachten Klebeband. Mit einem Fräser wird das Band auf das Endmaß abgelängt © Homag

  • Mehr Licht im Raum: Schmale Flügelprofile ermöglichen größere Glasflächen. Das bringt bis zu 20 % mehr Glasanteil und damit mehr Tageslicht gegenüber herkömmlichen Systemen.
  • Moderne Optik: Außen flächenbündig beim Einbau in die Leibung ist der Rahmen praktisch nicht sichtbar. Das erzeugt eine moderne, reduzierte Optik.
  • Geringer Wartungsaufwand: Die Scheibe und Rahmen sind unverschiebbar und fest miteinander verbunden. Der Flügel bleibt stabil, der Aufwand für späteres Nachjustieren ist deutlich geringer.
  • Erhöhter Einbruchschutz: Die Scheibe kann praktisch nicht aus dem Flügelrahmen herausgetrennt werden. Sie versteift den Rahmen. Dieser gibt beim Einbruchversuch weniger nach.
  • Hohe Wärmedämmung: Der schmale Rahmen ermöglicht beste U-Werte der Fenster.
  • Einfache Fertigung: Die Profilierung der Rahmenteile ist einfach und erfordert weniger Zerspanung und Holzeinsatz und dadurch auch geringere Werkzeugkosten. Die Verklebung stellt die Statik des Flügels sicher, die Eckverbindung kann einfach gehalten werden. Die perfekte Ergänzung dazu ist die geschraubte Ecke: Die Einzelteile können oberflächenfertig bearbeitet und der Rahmen ohne eine Presse montiert werden.   n