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Auf der Blickfang Wien präsentierte Markus Schroer sein dynamisches Möbelsystem MBK12 – mit Onlinekonfigurator und unzähligen Kombinationsmöglichkeiten. © MBK12

MBK12

Einladung zum Mixen

Ein Artikel von Dagmar Holley | 01.04.2019 - 17:26
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Markus Schroer © MBK12

Ein Würfel als Grundbaustein mit zahlreichen Ergänzungselementen machen MBK12 zum Alleskönner in funktioneller Hinsicht. Klare Linien, wertige Materialien, qualitätsvolle Verarbeitung und eine stylishe Farbpalette bestimmen das Design.

Außerdem können die Möbelteile werkzeuglos umgebaut werden. Online findet man nicht nur zahlreiche Planungsvorschläge, sondern auch einen Konfigurator, mit dem die Teile ausgewählt und Kombinationen visualisiert werden können — Preisberechnung und elektronischer Warenkorb inkludiert.

„Beim Entwerfen des Möbelsystems hatte ich zwei Grundgedanken. Einerseits sollte es Platz zum stilvollen Aufbewahren bieten, andererseits wollte ich ein dynamisches Möbel schaffen, das sich in Funktion und Geschmack dem Benutzer anpasst“, erzählt Markus Schroer auf der Blickfang in Wien. 

Nach einer 3-jährigen Entwicklungsphase stellte er Anfang 2018 sein Möbelsystem auf der Internationalen Möbelmesse Köln vor. Seither präsentierte er es auf zahlreichen Messen. In alldem steckt viel Aufwand: „Eine Marke aufzubauen, ist Fleißarbeit, man braucht ein unheimliches Durchhaltevermögen.“ Die positive Resonanz freut Schroer daher besonders.

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Onlinekonfigurator © MBK12

Flexibles Baukasten-System

MBK steht für Mobiliar-Baukasten, die 12 dahinter deutet auf den 12 cm-Raster hin. Der kubische Grundkorpus ist 36 x 36 cm, ideal für Ordner, Flaschen oder Schallplatten. Auf Wunsch gibt es dafür Zwischenböden, Schubladen und Türen.

Als Material stehen Eiche oder Buche zur Verfügung. Die Materialstärke beträgt 20 mm, die Kanten sind elegant auf Gehrung verbunden. Gerade erst ist alles auf Massivholz umgestellt worden. „Damit werten wir unser Produkt weiter auf und schaffen bleibende Werte für Heim, Geschäft oder Büro“, sagt Schroer.

Als Untergestell stehen Holzfüße, handverschweißte Stahlprofile in unterschiedlichen Breiten und Höhen sowie der Barwagen zur Wahl. Mit einem Adapter kann der Basiswürfel aber auch an die Wand montiert werden. Den Abschluss nach oben bilden Tabletts oder Boxen. Neben Eiche sind diese in einer breiten Farbpalette erhältlich. Der markante Raster  sorgt dafür, dass nichts verrutscht.

Die Elemente ermöglichen Kombinationen vom Beistelltisch über Kommoden bis zu Regalen. Sitzauflagen mit Leder oder Stoffbezug erweitern das System zu Garderobenbänken und Barhockern. Für Liebhaber von Kaffeekapseln gibt es einen Einsatz für den Basiskorpus, der dekorativ Platz für 50 Kapseln schafft. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Auf der Website finden sich viele Anwendungsbeispiele.

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Vom Grundkorpus zum Barwagen: Die Teile des dynamischen Möbelsystems MBK12 können vielseitig kombiniert und auch ohne Werkzeug schnell umgebaut werden. © MBK12

Möbeldesigner aus Leidenschaft

„Wenn wir auf einer Messe anfangen, die Teile abzuheben, die Möbel umzugruppieren, bleiben die Leute stehen und schauen.  Ein eigenes Produkt zu schaffen, ist ein tolles Gefühl“, beschreibt Schroer seine Motivation.

In seiner Jugend absolvierte er eine Ausbildung zum Tischler. Obwohl die weitere Karriere als Diplomwirtschafts-
ingenieur in der Automobilindustrie bis zum Werksleiter führte, ging vom Thema Möbel immer eine große Faszination für ihn aus.

Seit rund zwei Jahren ist der Deutsche selbstständig und konzentriert sich auf die Weiterentwicklung seines Systems. Er investiert Zeit, Geld und Herzblut in das Projekt. In seiner Werkstatt baut er an Prototypen. „Das Produkt schärft sich“, sagt er über den ständigen Verbesserungsprozess.

Um die wachsende Nachfrage befriedigen zu können, ist er vor kurzem in eine Gemeinschaftstischlerei umgezogen. „So was ist typisch für Berlin“, sagt er und erklärt das Co-Working-Konzept: „Mehrere Tischler teilen sich eine 700 m² große, voll ausgestattete Werkstatt. Hat einer mal weniger Aufträge, unterstützt er den anderen. Der Wissensaustausch untereinander ist ein weiterer Vorteil.“ 

Parallel zur Entwicklung des Möbelsystems ist Schroer freiberuflich als Unternehmensberater im Produktionsbereich tätig. Damit finanziert er nicht nur seine Entwicklungsarbeit, sondern bleibt auch am Laufenden, was neue Trends in der Indus­trie betrifft. Neben dem direkten Kontakt zum Kunden ein weiteres Puzzleteil zum Erfolg, der sich einstellt. „Nach der letzten Messe war ich leergekauft“, freut sich der MBK12-Entwickler, auf den die nächste Messe schon wartet.