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Miele hat sein gesamtes Einbaugeräte-Programm erneuert © Miele

Messe-Reportage 

In der Küche wohnen

Ein Artikel von Birgit Fingerlos | 14.06.2019 - 10:11

Insgesamt beteiligten sich 226 Aussteller und Marken (+2 % im Vergleich zur Vorveranstaltung 2017) von 8. bis 10. Mai am Messedoppel Küchenwohntrends und Möbel Austria in Salzburg. 4794 Fachbesucher (+12 %) wurden gezählt. Mit 71 % (3419) Fachbesuchern führte Österreich die Länderliste an, gefolgt von Deutschland (24 % bzw. 1148) sowie von Italien, der Schweiz und Slowenien. Der erste und der zweite Messetag waren die meistfrequentierten. Interessant war die strukturelle Zusammensetzung der Fachbesucher: Zu gleichen Teilen stellten Vertreter des Möbelhandels sowie der Tischler gemeinsam rund die Hälfte der Besucher. Faktisch das dritte Viertel des Besucheraufkommens bildeten die Küchenstudios und Küchenfachmärkte. Einige Besucher kamen aus der Möbel-, Küchenmöbel- und Elektrogeräte-Industrie. Möglichweise sogar, um die künftig eigene ­Präsenz als Aussteller zu prüfen. Bemerkenswert ist das wachsende Besucherinteresse von Innenarchitekten, Architekten und Objekteinrichtern, Kontraktpartnern sowie Projektanten. 

„Die Fachbesucher konnten wieder einen attraktiven Querschnitt der neuesten Branchenhighlights mit den neuesten Entwicklungen und Trends im Wohnbereich erfahren. Die steigende Anzahl an Fachbesuchern und Ausstellern sprechen für sich“, freute sich Erich Gaffal, Clustermanager Möbel- und Holzbau-Cluster (MHC) der oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria und Veranstalter der Möbel Austria, über die gelungene Veranstaltung. Im Vergleich zum vergangenen Messedoppel wurde das Messeformat nicht wesentlich verändert. „Wir haben aber die Qualität des Messeformats verbessert. Dabei haben wir einen Fokus auf die Zufriedenheit von Ausstellern und Besuchern gelegt“, informierte Gaffal. So gab es einen Boulevard mit Verpflegestationen und es wurden einige tolle Programmpunkte eingeführt. Beispiele sind die Podium­events sowie die Präsentations- und Kontaktplattform Designlovers. „Mit der Matchmaking-Plattform Designlovers und der Verleihung des Austrian Interior Design Awards haben wir es geschafft, das Messedoppel Möbel Austria / Küchenwohntrends als das inländische Branchenevent im Einrichtungsbereich fest zu verankern“, ist sich Gaffal sicher.

Messeveranstalter, Aussteller und Besucher waren sich einig: Auf der Doppelmesse herrschten eine entspannte Atmosphäre und eine gute Stimmung. „Diese gute Stimmung spiegelt sich auch im internationalen Möbelmarkt wider. Das Geschäft läuft, die österreichischen Möbelhersteller erlebten einen guten Start ins neue Jahr“, beobachtete Dr. Georg Emprechtinger, Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie und Inhaber von Team 7 in Ried im Innkreis. 

Unterschiedliche Messeformate

Während eines Pressegesprächs anlässlich der Messe bat Gaffal den Team 7-Inhaber um eine Beurteilung der wichtigsten Möbelmessen. Emprechtinger dazu: „Die Internationale Möbelmesse in Köln ist unsere Arbeitsmesse, hier machen wir unser Geschäft. Dagegen sorgt ein Auftritt auf der Mailänder Möbelmesse für internationale Aufmerksamkeit. Mailand ist eine einzigartige Plattform, als designaffine Marke ist man dort richtig. Allerdings ist in Mailand manchmal fast zu viel Party und zu wenig Business.“ „Die Doppelmesse Möbel Austria und Küchenwohntrends ist kein Ersatz für eine andere Messe“, schwenkte Michael Rambach, Gesellschafter der Trendfairs und Veranstalter der Küchenwohntrends, wieder zur Veranstaltung in Salzburg und unterstrich: „Diese Messe hier glänzt mit anderen Werten.“ Das Format in Salzburg ist kompakt und überschaubar. Wer die Messe besucht, der hat eine lange Verweildauer. So trägt ein modernes Check-in-System beispielsweise dazu bei, dass die Besucher schnell in die Messehalle kommen. 

Spannende Möbeloberflächen

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Künstlerisch gestaltete Möbeloberflächen zeigte die Tischlerei Andexlinger © Birgit Fingerlos

Unter den Ausstellern der Möbel Austria, die vorrangig die Bereiche Essen, Wohnen und Schlafen bedienten, gab es auch interessante Werkstoffe zu entdecken. So sorgte Madame Patina am Messestand von Altholz Baumgartner, Schlierbach, für Aufsehen. Madame Patina ist ein Werkstoff mit wunderschönen geometrischen Oberflächen­designs. Er besteht aus originalem und ­bemaltem Altholz und eignet sich für die Gestaltung von Möbeln, Wänden, Böden oder Decken. Der Rohstoff von Madame Patina ist Altholz, welches sorgfältig aus alten Gebäuden ausgebaut, gereinigt, entnagelt und kammergetrocknet wurde. 

Interessante Möbeloberflächen zeigte auch die Tischlerei Andexlinger, Haslach an der Mühl. Mit den von Künstlern gestalteten, gedruckten oder mit Laser gravierten Oberflächen möchte Andexlinger vor allem das gehobene Einrichtungssegment bedienen. Die Oberflächen sind in Zusammenarbeit mit Diasgaleria entstanden. 

Seine Sun Wood Dreischichtplatten präsentierte Stainer Siebdruck und Schriften, St. Martin bei Lofer. Die Sun Wood Altholzdekore können auf diverse Trägermaterialien appliziert werden. Die gedruckten Oberflächen gibt es mit gehackter oder gebürsteter Struktur. Die Platten sind ein optimaler Werkstoff für die Weiterverarbeitung beziehungsweise Realisierung von Interieur-Projekten, zeigte man sich am Stainer-Messestand überzeugt.

Für das Speisezimmer

Mit der Kollektion Cava gab es bei ­Anrei-Reisinger, Pabneukirchen, ein gemütliches Speisezimmerprogramm zu sehen. Es besticht durch seine pure und doch extravagante Linienführung. Cava vereint moderne Hölzer, wie beispielsweise Asteiche oder Bergfichte, mit Trendfarben, wie Schwarz oder Bronce. Highlights der Kollektion sind der ausziehbare Säulentisch sowie eine gepolsterte Eckbank.

Die von Robert Rüf bis ins letzte Detail ausgearbeitete Patscherkofel Kollektion zeigte Wittmann, Scharnstein, auf seinem Messestand. Diese Sitzmöbel aus Massivholz wurden eigens für die Tal- und Bergstation am Tiroler Patscherkofel designt. Stühle, Tische, Barhocker, Stehtische, Hocker und Servierwagen sprechen die gleiche Formensprache. 

Die Gabriel Forcher Tischlerei, Lienz, setzte die Essgruppe Sophie in Szene. Diesen Alleskönner der Forcher-Kollektion gibt es in Varianten aus Edelstahl, Rohstahl oder Holz. Sophie passt sich jedem Wohnstil an. Mit der vorgeformten Polsterung und der breiten Handablage auf der Rückenlehne garantiert sie ein gemütliches Beisammensein mit Familie und Freunden. Zusätzlich eignet sich Sophie durch die geschlossene Rückenlehne und die gerade Rückseite gut als Eckbank oder als Küchenanbau. 

Essgruppenspezialist Schösswender Möbel, Franking, präsentierte in Salzburg das preisgekrönte Modell Caracas sowie Weiterentwicklungen der Erfolgsserien Vista, Selecto und des Programms Korpus 2020. Neue Materialen, neue Oberflächenveredelungen und neue Verarbeitungs- und Entwicklungstechniken standen hier im Fokus. So punktet beispielsweise das Caracas Tischsystem mit einer einfach zu bedienenden Einhanddreh-Tischauszugsfunktion. 

Größter Produktlaunch

Miele, Wals-Siezenheim, präsentierte auf der Küchenwohntrends die Einbaugeräte-Generation 7000. Mit ihr erneuert Miele das gesamte Produktprogramm seiner Kücheneinbaugeräte, von den Backöfen und Kochfeldern über die Dampfgarer und Kaffeevollautomaten bis zu den Geschirrspülern. Insgesamt bringt Miele 353 verschiedene Geräte aus 15 Produktgruppen in annähernd 3000 verschiedenen Modellvarianten in der Generation 7000 weltweit auf den Markt. Optisch bietet die Generation 7000 mit drei neuen Designlinien Inspiration für nahezu jeden Einrichtungsstil. Die neuen Miele-Geräte haben clevere Assistenten an Bord, etwa eine Kamera im Backofen oder einen Helfer, der aufpasst, dass der Braten nicht zu trocken gerät. 

Für kreative Konsumenten

Die Produktneuheit Bora Pure war das Highlight am Messestand von Bora Lüftungstechnik, Hersteller von Kochfeldabzügen aus Raubling/DE. Die Neuentwicklung präsentiert sich als Kompaktsystem und Einstieg in die Bora Welt. Bora Pure verfügt über ein modernes Entnahmekonzept des Umluftfilters durch die Einströmdüse. Mit der aus sechs Farben wählbaren Einströmdüse kann der Konsument selbst kreativ werden. Mit dem eindrucksvollen Eyecatcher in der Mitte setzt er individuelle Akzente in seinem Zuhause. Ein weiteres, funktionales Highlight ist die automatische Abzugssteuerung: Die Leistung des Abzugs regelt sich automatisch anhand des aktuellen Kochverhaltens. Das Induktionskochfeld verfügt über vier Kochzonen, auf denen insgesamt bis zu vier Töpfe mit einer Größe bis zu 24 cm Platz finden. 

Ins rechte Licht gerückt

Das von Berbel, Rheine/DE, auf der Messe präsentierte Designerstück Skyline Frame ist neben seiner Funktion als Dunstabzug auch ein variantenreiches und funktionales Lichtobjekt. Hinter den vier Fronten aus grauem Rauchglas verbirgt sich eine individuell einstellbare Effektbeleuchtung. In der kälteren Einstellung der Farbtemperatur wirkt der Lichtverlauf bläulich kühl, in der wärmeren Farbtemperatur zeigt sich das Licht sanft mit kupferartigem Schein. Die Deckenlifthaube verfügt über seitlich angeschlossene Regalflächen, in der Gewürze, Öle und Essig ihren Platz finden. In einer zweiten Variante ist die Skyline Frame auch ohne Regalelemente erhältlich. Auch die Technik überzeugt: Das Berbel Prinzip sorgt für effiziente Fettabscheidung, der kraftvolle EC-Lüftermotor arbeitet leise und die Liftfunktion bietet Kopffreiheit. 

Raum für Austausch und Innovation

Ausgesuchte Produkthighlights, wie die hochwertigen PureSteel-Arbeitsplatten, die innovative Filter-Armatur Vital, Weiterentwicklungen der erfolgreichen Kopffreiheitshaube Maris 2.0 sowie das Franke Box Center, präsentierte Franke, Bad Säckingen/DE,  auf seinem Messestand. Bei der Präsentation setzte Franke bewusst auf ein reduziertes, aber stimmungsvolles Ambiente, das viel Raum zur Interaktion mit dem Fachpublikum bot. 

Naturstein aus den Alpen

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Arbeitsplatte Alpengrün am Messestand von Strasser Steine © Birgit Fingerlos

Zu einer modernen Küche gehört natürlich auch eine gute Arbeitsplatte. Der österreichische Marktführer im Bereich Küchenarbeitsplatten, Strasser Steine aus St. Martin i. M., präsentierte mit dem Naturstein Alpengrün ein besonderes Highlight auf seinem Messestand. Mit einer Farbstellung und einer Struktur, die man sonst nur von exotischen Steinen kennt, sorgt Alpengrün für Aufsehen. Der olivgrün-gelbe Naturstein wird in Tirol abgebaut. Er ist von dunkelgrauen Schattierungen durchsetzt, schimmert tiefgründig wie ein Gebirgsbach und erfrischt jeden Küchenkorpus mit Eleganz und natürlichem Charme.