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Betriebe kennenlernen

Ein Artikel von Birgit Fingerlos | 11.10.2019 - 08:59
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Die Storm+ mit Translift wurde anlässlich der Innovationstage den Besuchern vorgeführt. © Birgit FIngerlos

Neben der Präsentation der einzelnen Unternehmen und ihrer Neuheiten gab es an den einzelnen Standorten auch Seminare und Workshops. So stand bei Felder in Wallern an der Trattnach zusätzlich zu der Vorstellung der Ligna-Neuheiten auch die Automatisierungs- und Projektkompetenz für Handwerk und Industrie im Mittelpunkt. Bei Homag Austria in Oberhofen am Irrsee widmete man sich den neuesten Kantentechnologien, einer virtuellen Maschinenkonzeptplanung sowie der digitalen Vernetzung. Zudem lud Homag zu Lackiervorführungen ins Unternehmen Villeroy & Boch. Individuelle Kundenwünsche effizient in Losgröße 1 zu produzieren, war das Schwerpunktthema bei Leitz in Riedau. Einen Fachvortrag von Riepe über elektronisch gesteuerte Sprühsysteme für die holzverarbeitende Industrie gab es bei Paul Ott in Lambach. Am neu eröffneten SCM-Standort in Ansfelden setzte man einen Schwerpunkt auf Kantenbearbeitung und verglich die Nullfuge mit der PU-Kante. Zudem zeigte man bei SCM Austria einige Maschinen, unter anderem das Bearbeitungszentrum zum Bohren und Fräsen Morbidelli m 200, das CNC-Bearbeitungszentrum Accord 25 fx, die Kantenanleimmaschine Stefani kd, die automatische Kantenanleimmaschine Olimpic k 560, die Kalibrier- und Feinschleifmaschine Dmc Eurosystem und den Hobelautomat Profiset 40ep. Der Kante widmete man sich auch bei Handl Maschinen in Wels und präsentierte unter anderem die Biesse Akron 1100 Serie für den Einstieg in die Kanten-Komplettbearbeitung. Zudem waren bei Handl das komplette Biesse-Bekantungstechnik-Portfolio, ein EPS-Tisch (automatische Tischpositionierung), die kombinierte Abricht- und Dickenhobelmaschine Hofmann AD 515 und Untertischkappsägen von Salvamac zu sehen.

Perfekte Tage auch für Schulen

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Beatrix Brunner führte die interessierten Besucher durch die Produktionshallen. © Birgit Fingerlos

Neben den vielen Kunden und Geschäftspartnern, gab es auch eine Menge an interessierten Schülern, die das Angebot der Firmenpräsentation nutzten. So kamen Busse mit Schülern beispielsweise vom Holztechnikum Kuchl und von der HTL Mödling nach Oberösterreich. „Die Innovationstage sind für uns eine ideale Veranstaltung. Die Schüler können gleich mehrere Unternehmen geballt an einem Tag kennenlernen. Wir klappern einige Standorte ab, so sehen die Schüler richtig viel. Man nimmt sich für uns Zeit, wir bekommen interessante Werksführungen. Zudem ist alles schön präsentiert“, lobte HTK-Lehrer Gerhard Felber das gelungene Ausstellungskonzept. 

Große Baustelle in Lambach

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Bei der Neugestaltung vom Werk 1 setzte Paul Ott auch auf den Baustoff Holz, dadurch wurde alles hell und freundlich. © Birgit Fingerlos

Natürlich nutzten auch wir in der Holzdesign-Redaktion die Innovationstage für einen Betriebsbesuch. Spannendes gab es natürlich bei allen Herstellern zu sehen, wie uns die vielen begeisterten Innovationstage-Teilnehmer bestätigten. Wir sahen uns beim Kantenanleimmaschinen-Hersteller Paul Ott in Lambach um. Das Unternehmen ist bereits seit den ersten Innovationstagen mit einer Hausmesse beteiligt. 

Derzeit tut sich bei Paul Ott richtig viel: Anfang November soll der zweite Bauabschnitt, eine Produktionshalle des Werks 1 am Standort Sand in Lambach, fertiggestellt werden. Bereits im Vorjahr wurde in einem ersten Bauabschnitt eine Halle des Werks 1 komplett saniert. „Wir sind zweimal übersiedelt, weil die Produktion muss natürlich weiterlaufen. Bald ist der zweite Bauabschnitt ­fertig, dann funktioniert der Ablauf wieder in gewohnten Bahnen“, beschreibt Paul Ott-Geschäftsführer René Brunner den logistischen Aufwand hinter der Bautätigkeit und verwies darauf, dass alles während einem gutem Geschäftsjahr bei hoher Auslastung passierte. Nach Abschluss der BAutätigkeit entsteht eine große Hallenstruktur, die durchgängig nutzbar ist. Im Werk 1 wurde im Vorjar eine neue CNC-Bearbeitungsmaschine vom spanischen Hersteller Zayer installiert. „Auf dieser CNC können wir bis zu 14 m lange Teile bearbeiten“, erklärte Paul Ott-Geschäftsführerin Beatrix Brunner und fügte hinzu, dass auf der Anlage auch ein Pendelbetrieb möglich sei. Die bisherige CNC-Anlage möchte der Maschinenhersteller weiterhin in den Produktionsablauf integrieren. „So sind wir zu Spitzenzeiten nicht von nur einer Maschine abhängig“, argumentierte die Geschäftsführerin. 

Das gesamte Werk wurde umgebaut und renoviert. Es wurden Produktionsabläufe optimiert und die Produktivität erhöht. „Eine Komplettanlage mit Translift beispielsweise hat natürlich einen höheren Platzbedarf als eine Kantenanleimmaschine aus unserer Anfangszeit“, erklärte Beatrix Brunner und freut sich, dass die neuen Hallen diesen größeren Platzanforderungen entsprechen. Rund 7000 m2 Produktionsfläche steht dem Unternehmen zur Verfügung. Einen Schwerpunkt bei den Baumaßnahmen setzte man auf Energieeinsparungsmaßnahmen. „Die älteste Hallenstruktur stammt aus den 1960er-Jahren. Beispielsweise mittels Isolierungen und verbesserten Heizsystemen konnten wir die Energiekosten halbieren“, freute sich René Brunner. Insgesamt hat Paul Ott in die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen mehr als 4 Mio.€ investiert. Alles wurde hell und freundlich gestaltet. Große Fensterflächen sorgen für viel Licht. Zudem ist genug Holz zu sehen. So besteht beispielsweise die Deckenkonstruktion aus Leimbindern. „Wir liefern unsere Anlagen ja zu Holzverarbeitungsunternehmen, da wollen wir dann natürlich auch bei uns viel Holz sehen“, meinte Beatrix Brunner. 

Den Besuchern der Innovationstage wurde bei Paul Ott nicht nur das Werk sondern vor allem auch die Kantenanleimmaschinen präsentiert. Die Vorführmaschine Storm+ mit dem Handlingssystem Translift sorgte für hohes Interesse. Die Storm+ ist eine enorm leistungsfähige und durchdachte Kantenanleimmaschine, die einem großen Materialmix gewachsen ist. Mit Informationsständen präsentierten sich in Lambach auch die Unternehmen Hranipex, Oertli Leuco, Leitz, Riepe, Kleiberit, Jowat und die RSO Group.