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Küche von Wirfl aus Südtirol © Dagmar Holley

Designmesse Blickfang

Schlendern, staunen, shoppen

Ein Artikel von Dagmar Holley | 25.11.2019 - 13:56

Von 25. bis 27. Oktober öffnete im Museum für Angewandte Kunst (MAK) in Wien die Designmesse Blickfang ihre Pforten. Über 10.000 Designliebhaber kamen, so die Veranstalter.
Was die Blickfang von anderen Designmessen unterscheidet? Eine Fachjury wählt unter allen Bewerbungen nur die Designer aus, deren Produkte sich durch ihre Gestaltungs- und Fertigungsqualität auszeichnen. An allen drei Tagen können die Besucher die ausgewählten Designer persönlich kennenlernen und ihre Entwürfe aus erster Hand kaufen.
So erhalten alle Produkte einen besonderen Charakter, da man das neuerworbene Lieblingsstück mit einem Gesicht und der Geschichte hinter dem Produkt verbindet. In Lounges und auf den Inspirationsflächen finden Besucher außerdem neue Ideen, um ihr eigenes Zuhause mit Unikaten noch individueller einzurichten.

 

Designthema: Lebenszyklus

„Nachhaltigkeit hat auch auf der Blickfang einen wichtigen Stellenwert. Dies betrifft Mode, die aus biozertifizierten Stoffen gefertigt wird, sowie Labels, die regional rund um Wien produzieren, und auch bei Produzenten, die sogar gebrauchte Stücke zurücknehmen. Sie alle möchten einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung unserer Zukunft leisten“, erklärt Tina Haslinger, Projektleiterin der Blickfang Wien.
Neben der Verwendung umweltfreundlicher Werkstoffe sind eine einfache Montage und Demontage sowie möglichst reine Materialien, die bei Bedarf wiederaufbereitet werden können, Teile vieler Designkonzepte. Ein gutes Beispiel dafür ist Klemens Schillingers Channel Chair, der mit dem Future Forward ausgezeichnet wurde. Der Designer achtet auf minimalen Materialeinsatz und praktische Handhabung. Der Stuhl kann mit einem Inbusschlüssel einfach zusammengebaut und wieder zerlegt werden. Mit geringem Gewicht und kleinem Packmaß ist er ideal für den Versand oder häufige Umzüge. Das Gestell ist aus Aluminium, Sitzfläche und Lehne sind aus Sperrholz.
Die Nachwuchsförderung beinhaltet ein Coaching mit etablierten Designern sowie eine kostenlose Messebeteiligung. Neben Schillinger wurden auch die Wahlwiener Studio Sain ausgezeichnet. Mit ihrer gedrechselten Serie Bulbous findet das Duo eine neue Formensprache für die traditionelle Holzbearbeitung.
 

 

Ausflug nach Dänemark

Gerne richten sich die Blicke der Designwelt nach Skandinavien. Stand auf der Vienna Design Week Finnland im Mittelpunkt, ist es auf der Blickfang Dänemark.
„Es gibt drei Gestaltungsprinzipien, die unsere Arbeit definieren. Was immer wir tun, muss minimalistisch, praktisch und verspielt sein“, ist der erfrischende Ansatz von Lawa Design. Der spiegelt sich auch in ihren Wohnaccessoires aus Holz wider.
Enkl hingegen ist für extrem minimalistische Entwürfe aus Holz, Stahl und Messing bekannt. Die Produkte sind für Kreislaufwirtschaft und einfache Reparatur konzipiert.

 

Trend: Modulküchen

Obwohl die Grundidee der Blickfang das unmittelbare Einkaufserlebnis ist, waren diesmal zwei Küchenhersteller mit dabei. „Wir haben genug von Wegwerfmöbeln. Wir bauen die einzige Küche, die du in deinem Leben brauchst“, bewirbt Keep seine Modulküchen aus Holz und sta­bilem Alurahmen. Die Module der Outdoorküchen von Wirfl sind großteils aus Stahl, aber mit dekorativen Holzteilen ergänzt.
Abseits von Holz gab es ebenfalls viel zu entdecken: Von Eva Spassovas Kimonos in japanischer Färbetechnik bis zu den Papiertaschen von Langackerhäusl war sicher für jeden etwas dabei.