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Wilhelm Margreiter © Wuux

WUUX

Auf der Erfolgswelle

Ein Artikel von Birgit Fingerlos | 06.05.2020 - 08:12

Wuux, das ist der Markenname der Surfboards, die von Wilhelm Margreiter hergestellt werden. Neben seiner Werkstatt in Grödig verläuft der Almkanal. Zwei Kilometer weiter gibt es eine künstliche Welle. Hier hat sich in den vergangenen Jahren eine richtige Surfszene entwickelt. Die ersten Wuux-­Boards baute Margreiter für Surfer am Almkanal. Dass seine Modelle einmal das Meer sehen werden, das hat ihm, als er 2014 mit dem Surfboard-Bau begann, ­keiner zugetraut. Aber plötzlich passierte der internationale Durchbruch: „Das weltweit erfolgreichste Surfblog ­Boardporn postete auf seiner Seite ein ­Wuux-Board. Das hat uns einen enormen Schub gebracht. Wir bekamen auf einmal Anfragen aus der ganzen Welt“, erinnert sich der Board­shaper und Wuux-Geschäftsführer. Inzwischen verkauft Margreiter die Wuux-Boards an Kunden von Hawaii bis Singapur.

Komplett mit Holz ummantelt

Wuux-Surfboards haben ein „Fullwood­jacket“ – das heißt, sie sind komplett mit Holz überzogen, auch über die Kanten. Damit hat Wuux ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Nicht jedes Furnier eignet sich dafür. „Die Holzauswahl ist ganz wichtig, mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür. Ich muss jedes Furnier angreifen. Es kommt darauf an, ob es langfaserig oder zäh ist, auch dessen Einschnitt ist entscheidend“, erklärt Marg­reiter. Von der Holzart her ist er flexibel. „Ich verarbeite, was die Kunden wünschen, egal, ob Apfelbaum oder Eiche, Palisander oder Olive, auch harte Hölzer. Wichtig ist eine schöne Maserung, auf die Optik kommt es einfach an“, meint der Boardshaper und verweist darauf, dass andere Surfboardbauer nur auf leichtgewichtige Hölzer, wie beispielsweise Balsa, setzen. Dank des nahe gelegenen Lagers des weltweit größten Furnierherstellers, Danzer, kann Margreiter aus 160 verschiedenen Holzarten auswählen.

Jede Menge Entwicklungsarbeit und Leidenschaft stecken in einem Wuux-­Board. Von seinen Vorfahren konnte Margreiter viel lernen. „Ich bin Tischler in dritter Generation. Mein Opa war Wagner und Tischler. Er hat geschwungene Kotflügel gebaut, da habe ich mir einiges abgeschaut. Vom Skibau kann man auch etwas lernen. Ich bin Absolvent des Holztechnikums Kuchl und habe ein Architekturstudium abgeschlossen. Das spielt alles zusammen und hat mir bei der Entwicklung meiner Boards sehr geholfen“, sagt Marg­reiter. Er verweist darauf, dass bei ihm viele Anfragen einlangen, die von anderen Boardherstellern stammen: Alle interessieren sich für die spezielle Produktion, die aber nicht verraten wird. „Mitbewerber setzen auf Holzrahmenbauweise. Niemand kann sich erklären, wie man es schafft, ein Fullwood­jacket zu produzieren“, beobachtet Margreiter.

Sisterboards aus einem Baum

Jene Boards, die aus demselben Baum gebaut wurden, nennt Margreiter „Sister­boards“. Aus einem Furnierbund kann der Board­shaper bis zu vier Boards herstellen. Zwischen den Surfern, die ein ­Sister­board besitzen, stellt Margreiter Kontakte her. „Da entstehen Freundschaften. Die Wuux-­Surfer besuchen sich sogar gegenseitig. Sister­board-Besitzer haben sich dasselbe Holz ausgesucht, das heißt, sie haben auch denselben Geschmack“, meint der Wuux-Geschäftsführer.

Aus Grödig in die ganze Welt

Margreiter beschäftigt inzwischen sogar zwei Mitarbeiter. Seinen Instagram-Account verfolgen 13.000 Leute. Die Werkstatt und der Schauraum befinden sich in Grödig. „Es gibt Surfer, die fliegen von Kalifornien her und suchen sich dann hier das Holz für ihr Wuux-­Board aus. Sie leben diese Surfkultur, das ist oft schwer zu verstehen. Wenn ich ans Meer fahre, um surfen zu gehen, dann fragen mich die Leute, ob sie ein Selfie mit mir machen dürfen. Das ist unglaublich. Wir haben Kultstatus. Das ist eine Ehre für mich“, sagt Margreiter.

Die Wuux-Boards bewegen sich in einer hohen Preisklasse. „Billige Surfboards bekommt man um 80 €, Standardprodukte kosten um die 400 €“, informiert der Boardshaper und erklärt: „Ein Wuux-­Board beläuft sich schon auf über 1000 €. Dazu kommen ein paar Hunderter Versandkosten, die Kunden nehmen das in Kauf.“ Selbst entwickelte hölzerne Finnen gibt es von Wuux auch. Surfer hängen sich diese teilweise ins Wohnzimmer, so wie bei uns die Jäger ein Hirschgeweih. „Jeder sagt, das sind die schönsten Finnen, die am Markt erhältlich sind“, freut sich Marg­reiter. Seit heuer ergänzen SUP (Stand Up Paddling)-Boards das Wuxx-Sortiment.