Kündig

Glänzende Geschäfte

Ein Artikel von Redaktion | 08.04.2020 - 11:20

Buchstäblich in der Garage seiner Eltern gründete Tischlermeister Hannes Fuchs 1994 seinen Betrieb. Zunächst baute Fuchs als Möbelmonteur über die Jahrzehnte eine veritable Möbeltischlerei auf – mit auftragsabhängig bis zu 25 Mitarbeitern. Unter anderem sei er „Haustischler“  eines hier nicht näher genannten, aber sehr prominenten österreichischen Industriellen, schmunzelt Fuchs. Das ist dann doch ein wenig arg tiefgestapelt. Er stattet seit vielen Jahren dessen Hotels und andere Bauvorhaben mit Möblage aus: „Derzeit arbeiten wir an einer Fünf-Sterne-Anlage auf der Insel Brač“, erzählt Fuchs, „mit sehr vielen Hochglanzoberflächen und Blattvergoldungen.“ Das sei eben der Geschmack russischer oder amerikanischer Hotelgäste im Premiumsegment und der unterscheide sich doch ein wenig von den Wünschen seiner österreichischen Privatkunden: „Die Privataufträge machen den Großteil unserer Arbeit aus und da werden edle Massivholz- oder Furnierarbeit mit natürlichen Oberflächen bis hin zu stumpfmatt bevorzugt. Allerdings gerne ebenfalls mal kon­trastiert mit einer Hochglanzfläche.“ Es stimme schon, eines seiner Spezialgebiete seien hochglanzlackierte Möbel, bejaht Fuchs.

 

Keine Angst vor Hochglanz

Wovor zahlreiche seiner Berufskollegen einen gewissen Respekt haben, gehört bei Fuchs zum Tagesgeschäft. „Gar so eine Hexerei ist es auch wieder nicht“, meint er: „Man muss halt sehr sauber arbeiten und darf nicht ungeduldig werden. Die Schicht muss durchgehärtet sein.“ Manche Lackmaterialien bräuchten – abhängig von der Schichtstärke – mindestens eine Woche dafür, sagt er. Was natürlich auch eine logistische Herausforderung ist. Im modernen Werkstattgebäude ist praktisch jede freie Fläche mit trocknenden Werkstücken belegt: „Eigentlich sollte ich schon wieder zubauen“, seufzt Fuchs.

 

Wer gut schleift, der gut lackiert

Aus seiner Sicht sei für eine gelungene Hochglanzlackierung die Schleifarbeit entscheidend: „Das ist das Um und Auf – wenn man schon beim Schleifen der Rohplatte schludert, darf man sich nicht wundern, wenn‘s hinterher hakt.“ Natürlich könne man mit der Poliermaschine manches beheben, aber: „Das ist dann der Punkt, wo man Geld liegen lässt. Die Polierarbeit kann nämlich sehr, sehr zeitaufwendig werden. Orangenhaut oder Löcher und Einschlüsse in der Fläche. Man braucht dann viel Erfahrung. Einer meiner Mitarbeiter ist in der Polierarbeit ein regelrechter Experte.“ Da­raus folgere, dass der Lackzwischenschliff vor der Decklackierung besonders wichtig sei, erläutert Fuchs: „Weil eigentlich lassen sie das Geld nicht beim Polieren liegen, sondern vorher beim Schleifen oder Lackieren, wo sich Fehler sofort in erhöhter Polierarbeit rächen.“

 

„Wollte immer eine Kündig“

Tatsächlich sei seine erste, damals gebraucht gekaufte Breitband-Schleifmaschine schon eine Kündig gewesen, berichtet Fuchs: „Die war halt aus Kostengründen recht schlicht ausgestattet, ist aber gut gegangen.“ Danach wurde er der Schweizer Präzisionsmarke untreu und sollte das bald bereuen, wie er erzählt: „Die Neue war modern, keine Frage. Aber nach einiger Zeit habe ich es doch irgendwie bereut, die gute Kündig verkauft zu haben.“ Nachdem ihm das klar geworden war, habe für ihn fest­gestanden: „Eine neue Schleifmaschine muss her. Ich wollte immer eine Kündig.“ Allerdings hatte er nicht vorgehabt, die Breitband-Schleifmaschine so rasch zu ersetzen. „Wir haben dann im Sommer des Vorjahres den Auftrag für das Hotel in Brač bekommen – alles Hochglanz. Also musste etwas geschehen.“ Fuchs prüfte, trotz seiner Affinität zur Schweizer Marke, gewissenhaft das Marktangebot: „Nur ganz wenige Maschinen bieten überhaupt für das, was wir machen, eine genügende Schleifqualität.“ Er pilgerte mit Probestücken zu verschiedenen Herstellern und bald sah er sich in seinem Bauchgefühl bestätigt: „Die Ergebnisse bei der Vorführung der Kündig waren dermaßen überzeugend, dass ich sofort die Bestellung unterschrieb.“
Die Frage, was denn an einer Kündig Brilliant besser als bei anderen Fabrikaten sei, beantwortet Fuchs überraschend kurz und bündig: „Das Diagonal-Schleifverfahren. Beim Vergleich sahen wir, das ist besser als das übliche Kreuzschliff-Verfahren mit Querbandaggregat.“ Vor allem könne man mit dem Diagonalaggregat viel feinere Körnungen als sonst verwenden, hält er fest: „Wir schleifen rauf bis zum 1200er.“ Auf die ungläubige Nachfrage bekräftigt Fuchs: „Jawohl, bis Körnung 1200. Das Band setzt sich trotzdem nicht zu und verbrennt mir den Lack nicht.“  

 

Begeisterungsausbruch in der Werkstatt

Über den kurzfristigen Kauf der Kündig Brilliant-2 1350-REd-L habe sich sein Polierspezialist wohl am meisten gefreut, lacht Fuchs: „Der kam mit dem ersten Teil sofort aus der Werkstatt zu mir gestürmt und meinte: ,Chef, schau dir diese Fläche an – das ist fantastisch.‘“ Dem Experten zufolge brauche man nun nur noch leicht ­drüberzupolieren, sagt Fuchs: „Im Vergleich zu vorher ist das ein Klacks. Der ­Zwischenschliff ist perfekt plan und es gibt auch kein Durchschleifen mehr. Das ist eine Qualitätsverbesserung und außerdem wird es auch in den Arbeitszeit-Aufzeichnungen spürbar.“ 

 

Wird von Massivholz nicht kaputt

Auch seine Gattin sei gelernte Tischlerin und die Tischlerei Fuchs erzeuge nicht nur Möbel, sagt er: „Wir fertigen häufig Innentüren oder bei Bedarf übernehmen wir auch Bauarbeiten, wie Fenster. Eben alles, was nötig ist, um den Kunden zufriedenzustellen.“
Innerbetrieblich nutzt er dazu klug seine technischen Möglichkeiten. Dass er aus dem Spänesilo eine Biomasseheizung betreibt, ist ja nicht weiter ungewöhnlich. Aber das Unternehmen nutze noch mehr Möglichkeiten: „Wir haben auch eine Photovoltaik, um unseren Strombedarf zum Teil selbst zu decken, und eine Brauchwasseranlage für Toiletten und Grünflächen.“ Seine Vorliebe für die Schweizer Schleifmaschinen passe da ins Bild, findet er: „Unsere Lackschleifmaschine ist auch prima für Massivholz tauglich – sie kann alles schleifen und nimmt davon keinen Schaden. Bei geöltem Massivholz ist die feine Schleifqualität mindestens genauso wichtig und die Kündig braucht auch noch wenig Strom.“
Hannes Fuchs vertraut bei seinen Maschinen den in der Branche bewährten Fa­brikaten: „Glauben Sie mir, es lohnt sich nicht, sich wegen der paar Euro Preisunterschied dauernd zu ärgern. Mir sind exzellente Resultate wichtiger, weil ich als Tischlermeister von hoher handwerklicher Güte lebe – und diese Qualität habe ich mit der Kündig. Ohne Übertreibung, ich bin sehr zufrieden. Ich wollte ja eh immer eine Kündig“, lacht er.